Besuche aus Emmaberg bei uns

 

ENSA Auftaktkonferenz 2026

Vom 01. - 04. März waren wir – eine Gruppe der Tansania-AG – auf der ENSA Auftaktkonferenz am Werbellinsee in Brandenburg. ENSA, das entwicklungspolitische Austauschprogramm der Bundesregierung fördert uns auch dieses Jahr wieder, so dass wir Ende des Schuljahres eine Gruppe von 10 Schülerinnen, zwei Lehrkräften und den Direktor unserer Partnerschule Emmaberg in Tansania zu uns einladen können. Die Stiftung Jugendaustausch Bayern übernimmt, wie letztes Jahr, wieder die Co-Förderung. Wir freuen uns sehr darüber, dass wir durch diese Förderungen unsere Freund:innen aus Emmaberg zu uns einladen und sie damit wiedersehen können!

Den Montagvormittag hatten wir mit unserer Gruppe und unserer ENSA Trainerin Anja Programm. Nach einem Kennenlernspiel und der Frage, welche Wünsche wir an unsere Zeit auf der Auftaktkonferenz haben, stand zum Teambuilding ein Kooperationsspiel im Freien an. Dabei wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und bekamen verschiedene Legobausteine. Unsere Aufgabe war es, einen (recht komplizierten) Baum aus Lego nachzubauen. Allerdings war unser Vorbild hinter einem Vorhang versteckt und es durfte immer jeweils nur eine Person die Vorlage für kurze Zeit anschauen. Diese „Späher“ berichteten dann ihrer Gruppe, was sie sich gemerkt hatten, durften allerdings selbst so lange keinen Stein setzen, bis ein neuer „Späher“ losgeschickt wurde. In der Mitte wurde den Teams dann bewusst, dass jeweils zwei Steine mit denen des anderen Teams vertauscht waren, und nach einem kurzen Check mit dem Vorbild wurde schnell getauscht. Am Ende waren die Bäume fast identisch. Beim Besprechen des Spiels stellten wir fest, wie unterschiedlich Perspektiven und Stärken einzelner Personen in der Gruppe sein können und wie wichtig es ist, auf sie zu achten.


Nach einer Teepause haben wir mit Anja eine große Weltkarte ausgebreitet und damit angefangen, Legofiguren als geflüchtete Menschen den Kontinenten zuzuordnen: Wer nimmt die meisten auf? Überrascht waren wir über die Ergebnisse: Europa (mit Russland) 24,5%, Afrika 26,9% und der Asien 44,5%, Nordamerika dagegen nur 0,023% und Süd- und Mittelamerika 0,016% (Quelle UNHCR). Sehr ungerecht fanden wir, dass gerade die Kontinente, die am ärmsten sind, am meisten Flüchtende aufnehmen. Anschließend haben wir uns noch die Zahlen für die Binnenflüchtenden – also Menschen, die innerhalb ihres Landes flüchten – angeschaut: da ist die Verteilung sogar noch ungerechter. Geschockt waren wir von der hohen Zahl der Flüchtenden: 117,3 Millionen Menschen waren im Juni 2025 auf der Flucht, das heißt, dass ein Mensch von 70 fliehen musste. Und das waren nur die mit offiziellem Flüchtlingsstatus! Wir fanden die Methode eine gute Wahl, weil sie uns die Zahlen ganz konkret vor Augen geführt hat.

Nach diesen Erkenntnissen gab es auch schon die Mittagspause. Am Nachmittag und dem nächsten Vormittag hatten wir einen Workshop mit einer anderen ENSA Trainerin ohne unsere Lehrer:innen, aber mit den Schüler:innen einer anderen Schule, die sich bei ihrer Begegnungsreise wie wir mit Flucht beschäftigen. Auch hier gab viele überraschende Momente. Besonders schön fanden wir die Zusammenarbeit mit den Schüler:innen der anderen Schule, weil man sich über die verschiedenen Partnerschaften austauschen und zum Beispiel erfragen konnte, ob sie schon mal ihre Partnerschule besucht haben. Der Workshop war außerdem sehr interaktiv gestaltet und es wurde auch auf unseren Wunsch eingegangen, dass wir auch Zeit draußen verbringen. Dort haben wir uns in einer Art „Spiel“ in verschiedene Situationen hineinversetzt, die uns dazu bringen würden, selbst zu fliehen. Außerdem haben wir uns damit auseinandergesetzt, was uns auf der Flucht begegnen würde wie z.B. die unmenschlichen Lebensumstände in den Lagern, die lebensgefährliche Flucht über das Meer mit Pushbacks durch die europäische Küstenwache. Im weiteren Teil des Workshops haben wir uns viel mit Flüchtenden in Afrika, vor allem Kenia beschäftigt. Durch Geschichten über deren Flucht und Übungen zur Verteilung der Geflüchteten haben wir ein ganz neues Bild und Verständnis von unserem Oberthema Flucht bekommen. Ganz neu für uns war, wie wenig Menschen tatsächlich nach Europa flüchten, da uns gar nicht bewusst war, dass weltweit so viele Menschen fliehen müssen.


Am Dienstagnachmittag hatten wir dann wieder gemeinsam Programm als Reisegruppe und mit Anja. Der Programmpunkt zu Rassismus fand draußen statt. Wir haben uns in Zweier-Teams aufgeteilt und haben pro Person ein (anti-)rassistisches Zitat bekommen, welches wir – ohne zu recherchieren – in einen auf dem Boden liegenden Zeitstrahl einordnen sollten. Bei der Auswertung ist uns aufgefallen, dass die Teams das Zitat oft einigermaßen richtig eingeordnet haben. Jedoch haben uns manche Zuordnungen auch überrascht, da beispielsweise eine sehr rassistische Bemerkung, die wir eher älter geschätzt hatten, ziemlich neu war und sogar von einem französischen Präsidenten auf dem afrikanischen Kontinent geäußert wurde. Das hat uns noch einmal verdeutlicht, wie sehr Rassismus auch heute noch vorhanden ist.

Danach gingen wir zurück in den Raum, in dem der Workshop stattfand. Dort setzten wir uns zusammen, um das Incoming – also den Besuch der tansanischen Schülerinnen bei uns – zu besprechen. Zuerst schrieben wir Ideen und Vorschläge dafür, wie man den Besuch unserer Partnerschule so angenehm wie möglich für die Schülerinnen und Lehrer:innen aus Emmaberg gestalten kann und wie wir unser Umfeld bestmöglich darauf vorbereiten können, auf Plakate. Danach setzten wir uns zusammen und diskutierten über potenzielle Aktivitäten und Kontakte mit Organisationen oder Privatpersonen mit Flüchtlingshintergrund, die bereit sind, darüber zu sprechen, die wir in unser Programm für den Besuch miteinbeziehen können.

Auch das Freizeitprogramm während der Auftaktkonferenz war sehr abwechslungsreich. Es gab beispielsweise Aktivitäten wie Stofftaschen bemalen, Disco- und Karaokeabende, eine Fotobox und viele weitere spannende Angebote. Ein Kinosaal war ebenfalls jeden Abend geöffnet, sodass man sich einen Film anschauen konnte.

Auf dem großen Gelände befand sich zudem ein See mit einer wunderschönen Naturumgebung, den wir bei herrlichem Wetter mehrmals täglich besuchten. Bälle für unterschiedliche Sportarten konnten ebenfalls ausgeliehen werden, sodass man sowohl mit Freund:innen aus der eigenen Gruppe als auch mit neuen Kontakten aus anderen Schulen sportlich aktiv sein und gemeinsam Spaß haben konnte.

Außerdem hatte jede Person die Möglichkeit, sich in das eigene Zimmer oder in einen Gemeinschaftsraum zurückzuziehen, um dort zum Beispiel Musik zu hören. Dank dieser vielfältigen und tollen Angebote gab es für alle die Möglichkeit, eine Aktivität zu finden, die den eigenen Interessen und Wünschen entsprach.

Insgesamt haben uns die vier Tage auf der Auftaktkonferenz sehr gut gefallen: Wir haben viel gelernt, neue Menschen kennengelernt und sind als Gruppe zusammengewachsen.

Hannes, Elisabeth, Jessica, Josef, Franziska, Jule, Abby, Katharina und Penelope


 

Rückblick auf den Besuch aus Emmaberg – Podcast und ENSA Abschlusskonferenz

Mittlerweile ist der Besuch der 8 Schülerinnen und 3 Lehrkräfte aus Emmaberg bei uns am KHG schon wieder ein halbes Jahr her. Umso schöner, jetzt noch mal mit dieser neuen Folge unseres "KHG fragt nach"-Podcasts an die drei Wochen im Juli 2022 zurückzudenken.

Am vorletzten Tag des Besuchs haben Schüler*innen aus Emmaberg und vom KHG gemeinsam diesen Podcast geplant, sich Fragen überlegt und dann aufgenommen. Jetzt könnt ihr diese Folge endlich anhören. Es gibt wieder eine Original-Version in Englisch - der Sprache, in der wir uns mit unseren Partner*innen in Emmaberg austauschen - und eine mit deutschen Übersetzungen.

Nach all dem, was wir zusammen mit unserem Besuch aus Emmaberg im Sommer erlebt hatten, war die ENSA Abschlusskonferenz vom 24.-27.11. ein schöner Ort, um mit dem für uns sehr ereignisreichen Jahr abzuschließen. Mit Hilfe unserer ENSA-Trainerin Isa haben wir auf unsere Erlebnisse im vergangenen Jahr zurückgeblickt, Momente des Besuches noch einmal durchlebt und reflektiert, was gut gelaufen ist und was wir für künftige Besuche verbessern könnten.

Auch zum Connecten war die Konferenz eine schöne Gelegenheit, es gab Raum, um die anderen geförderten Projekte kennenzulernen und sich darüber auszutauschen. Im Rahmen dieser Konferenz wurde auch den drei Gewinner*innen des diesjährigen ENSA-Fotowettbewerbs, zu denen wir uns zählen dürfen, ihr jeweiliges Foto in XXL auf Leinwand überreicht, unseres findet sich inzwischen an einer Wand im Gang des Lehrerzimmers.

Es waren also nochmal vier schöne und ergiebige Tage in dem Kongresscenter nahe Frankfurt, die uns geholfen haben, unsere Grundlagen für eine gesunde und gute Partnerschaft weiter auszubauen.

Ester und Maren


 

Eine gelbe Zeit – drei Wochen Besuch aus Emmaberg am KHG im Juli 2022

»Welche Farbe würden wir unserer gemeinsamen Zeit hier am KHG geben?«

Diese Frage haben wir uns ganz am Ende des Besuchs der Gruppe aus Emmaberg beim gemeinsamen Aufnehmen einer KHG-fragt-nach-Podcastfolge gestellt – und in Zweiergruppen versucht, sie zu beantworten. Dabei der Konsens: gelb.

Es war eine gelbe Zeit. Denn gelb ist die Farbe der Sonne und die Sonne strahlt – so wie unsere Gruppe. Sie strahlt in uns hinein, in dunkle Themen und dunkle Zeiten und strahlt in die ganze Welt. Und gelb ist auch eine sehr fröhliche Farbe – denn genauso war unsere gemeinsame Zeit: fröhlich und in jede Dunkelheit hineinstrahlend.

Unsere gemeinsame Zeit, das waren drei wundervolle und intensive Wochen, in denen wir Besuch aus unserer Partnerschule Emmaberg (Tansania) bekamen. Nach monatelanger Organisation und Vorbereitung waren acht Schülerinnen und drei Lehrer:innen aus Emmaberg zu uns ans KHG gereist und haben hier gemeinsam mit uns gelebt, getanzt, gespielt, gelacht und über Kolonialismus und Gerechtigkeit gesprochen.


Eindrücke vom Besuch aus Tansania 2022

Zu Beginn ging es vom Flughafen aus für einige Tage in eine Jugendherberge, um uns gegenseitig besser kennenzulernen und letzte Details für die kommenden Wochen zu klären und vorzubereiten. Dort hatten wir neben viel Zeit zum Teambuilding und Spaß haben auch den ersten Workshop zum Thema Kolonialismus. Denn das war das Thema unserer Reise: Kolonialismus und Gerechtigkeit. Dementsprechend hat uns dieses Thema durch die drei Wochen begleitet und viel in uns bewegt. So haben wir beispielsweise eine Führung mit München Postkolonial gemacht, über Klimagerechtigkeit gesprochen, zu Widerstand gegen den deutschen Kolonialismus in Tansania recherchiert und viel diskutiert. Am Schluss haben wir das Gelernte und unsere Gedanken in kreativen Projekten festgehalten: in Kurzfilmen und einer Fotostory.

Neben dieser inhaltlichen Arbeit haben wir auch an einer Partnerschaftserklärung gearbeitet, unseren Gästen München, Gräfelfing und das KHG inklusive Unterricht gezeigt, Gottesdienste gefeiert, an Lagerfeuern gesungen, zusammen gekocht und gegessen und getanzt und gesungen und UNO gespielt. Und so wurden aus unseren Gästen im Laufe der Zeit gute Freund:innen.


 

Ein weiterer Höhepunkt dieser schönen, gelben Zeit war unser Partnerschaftsfest: Ganze elf Jahre Partnerschaft haben wir mit diesem Fest gefeiert. Unser zehnjähriges Jubiläum letztes Jahr hatten wir auf Grund von Corona leider nicht feiern können, doch jetzt hatten wir gemeinsam mit unseren tansanischen Freund:innen umso mehr Grund zum Feiern.

Auch das Fest war sehr gelb – was aber nicht nur an den gelben Emmaberg-Shirts lag, die wir alle trugen! Gemeinsam hatten wir ein sehr vielfältiges und buntes Programm zusammengestellt, wovon am schönsten für uns wohl das gemeinsame Singen und Tanzen auf der Bühne war. Daneben gab es eine Fashion Show, tansanisches und deutsches Essen, Zeit für Gespräche und Erzählungen aus elf Jahren Partnerschaft.


 

Und dann waren plötzlich die letzten Tage des Besuchs angebrochen und ehe wir es uns versahen, saßen wir auf der Wiese neben der Michaelskirche Lochham und haben unser Abschiedsfest gefeiert. Dieses Fest war ganz anders als das Partnerschaftsfest: Es gab kein festes Programm, wir lagen einander einfach in den Armen, haben uns Abschiedsgeschenke überreicht, waren gemeinsam traurig und haben uns gegenseitig die Tränen getrocknet.


 

Schließlich war der unvermeidbare Moment gekommen: Wir haben unsere Freund:innen wieder zum Flughafen München gebracht und mussten uns verabschieden, bevor sie zurück nach Tansania flogen. Wegflogen. So schrecklich weit weg.
Dort am Flughafen die letzten prägenden und intensiven Momente. Das lange Warten vorm Check-In. Das letzte Zustecken von mit Herzchen verzierten Abschiedsbriefen. Das Arm in Arm auf dem Flughafenboden Sitzen. Das gemeinsame Weinen, In-den-Armen-Liegen und Nicht-voneinander-weg-Wollen. Das immer wieder zueinander Rennen, wann immer die Warteschlange an der Sicherheitskontrolle eine Schleife in unsere Richtung machte. Letzte gemeinsame Fotos, das Austauschen von Kontaktdaten und dann das letzte Winken zum Abschied.

Doch wir, wir werden uns wiedersehen und diese gelbe Zeit nie vergessen, das haben wir uns ganz fest versprochen.

Clara Lynker 7a und Maren Mitterer Q11

 

Vorfreude auf den Besuch aus Emmaberg – „einmal bitte alles“

Ratsch, ein Kalenderblatt reißt ab und trudelt zu Boden. Mit jedem abgerissenem Kalenderblatt, mit jedem Vorüberziehen eines Tages, rückt unser Besuch aus Emmaberg näher.

Und je näher der Tag der Ankunft kommt, desto mehr steigt die Aufregung und Vorfreude! Vorfreude auf unsere Partnerinnen. Alles müssen wir ihnen zeigen, das waberte wie ein gemeinsamer Gedanke bei unseren letzten AG-Planungstreffen durch den Raum. Unsere Welt müssen wir ihnen zeigen, den Schulcampus, Gräfelfing, München - alles.

Schwierig umzusetzen, doch es ist uns gelungen, ein Programm zusammenzustellen, das uns Austauschmöglichkeiten bietet und uns inhaltlich zusammenarbeiten, sowie den acht Schülerinnen und drei Lehrkräften aus Emmaberg unser „alles“ zeigen lässt.

Aber nicht nur „alles zeigen“ war uns wichtig. Schon seit längerem beschäftigen wir uns als Gruppe mit Themen wie Kolonialismus, kritischem Weißsein und weltweiter Gerechtigkeit. Wenn man sich Deutschlands und Tansanias gemeinsame Vergangenheit ansieht, fragt man sich: Was machten unsere Vorfahren falsch? Und wie sollten wir heute handeln?

Ganz oft kommt mir auch die Frage: Ist das fair? Ist es fair, dass ich „in Saus und Braus“ lebe? Ist es fair, dass ich im „Humboldforum Berlin“ Kunstschätze der Südsee sehe, die aus einer Zeit stammen, auf die ich nicht stolz sein kann?

Diese Fragen wollen wir mit unseren Gästen teilen und wir freuen uns auf ihre Meinungen dazu und gemeinsame Diskussionen darüber!

Die langersehnten drei Wochen starten am 30.06., wo wir unseren Besuch um sieben Uhr morgens am Flughafen abholen, um ihn in den ersten Teil vom „alles“ mitzunehmen, nach Benediktbeuern.

Auch wenn wir unsere Gäste natürlich erst einmal kennenlernen wollen, startet schon dort die inhaltliche Arbeit mit einem ersten Workshop. Wieder zurück sind wir am 03.07., wo wir uns weiter an diese Themen machen. Ein weiteres Highlight unserer Reise ist die ENSA-Sommerkonferenz, an der wir mit unseren Besucher*innen teilnehmen werden.

Unser „alles“ bleibt aber selbstverständlich wichtig, immer wieder folgen Stadtführungen und Ausflüge in die nähere Umgebung.

Auch Sie würden wir gerne an unserem Besuch teilhaben und unsere Gäste kennenlernen lassen. Daher laden wir sie herzlich zu unserem Partnerschaftsfest am KHG am 15.07. ab 18 Uhr und einem gemeinsamen Gottesdienst in der Michaelskirche Lochhham am 17.07. ab 10 Uhr ein! Genauere Informationen zu diesen Terminen folgen.

Ratsch, und ein weiteres Blatt fällt dem Boden entgegen. Nicht mehr lang. Nicht mehr lang und wir erleben das, was Corona uns so lange verboten hat. Das, worauf wir uns so sehr freuen.

Clara Lynker (7a)


 

Im Sommer 2020 sollten wir Besuch von zehn tansanischen Schülerinnen und zwei Lehrer*innen aus unserer Partnerschule Emmaberg bekommen, der jedoch pandemiebedingt verschoben werden musste. Um diese Reise finanzieren zu können, beantragten wir eine Förderung bei ENSA (Entwicklungspolitisches Schulaustauschprogramm). Da wir sie glücklicherweise erhielten und mit dieser Förderung auch eine inhaltliche Begleitung unseres Austausches einhergeht, fuhren wir mit neun Schülerinnen des KHG und unseren Lehrerinnen Frau Rückert und Frau Fuchs vom 30.01.-02.02.2020 auf die erste von drei ENSA-Konferenzen dieses Jahres nach Thüringen.

Nach einer langen Busfahrt kamen wir ein bisschen verspätet zum Anfangsplenum an. Im Anschluss daran sprachen wir mit dem uns zugeteilten Referenten Volker über unsere Wünsche und Erwartungen für dieses Seminar. Über die nächsten Tage beschäftigten wir uns zusammen mit der Gruppe einer anderen Schule und deren Referentin Bolormaa mit verschiedenen Themen rund um unsere Partnerschaften. Insbesondere gingen wir dabei auf unser Projektthema für den Besuch aus Emmaberg, den Kolonialismus und seine Folgen, Vorurteile, unsere Identität und ihre Rolle in einer Partnerschaft mit einer Schule im Globalen Süden ein. Durch Gruppenarbeiten, Diskussionen und Spiele mit wichtigen moralischen Erkenntnissen arbeiteten wir dies auf und hatten zudem auch sehr viel Spaß. Zudem befassten wir uns mit Chimamanda Adichies „The danger of a single story” und sprachen über wichtige Aspekte ihres TED Talks. In diesem befasst sie sich mit Vorurteilen, und dass diese nicht unbedingt falsch, sondern einfach unvollständig sind, da man meistens die Geschichte nur aus einer bestimmten „einzig wahren“ Sichtweise kennt („single story”) statt die Vielfalt an Geschichten wahrzunehmen.


In einer unserer Übungen ordneten wir Zitate rund um den Kolonialismus in ihren zeitlichen und historischen Kontext ein. Anschließend diskutierten wir über diese Zitate, dabei erfuhren wir auch, von wem diese stammten, und ob unsere Einschätzungen nahe dran lagen. Dabei fanden wir vor allem ein Zitat von Kant besonders erschreckend, da er als bekanntester und einflussreichster Philosoph der Neuzeit unglaublich abwertend über schwarze Menschen geschrieben hat – und das ohne je selbst einen von ihnen kennengelernt zu haben. Ebenso erstaunt waren wir darüber, wie auch heutzutage noch Aussagen mit extrem veralteten Ansichten über den Globalen Süden gemacht werden.

Am Freitagabend veranstalteten wir eine Projektgalerie, bei der jede Schule ihr Projekt bzw. ihre Partnerschaft vorstellte. Jede Schule bereitete dafür einen eigenen Stand mit Fotos, Plakaten ... vor. Diese Stände besichtigten wir dann und tauschten uns mit anderen Schüler*innen und Lehrer*innen aus. Somit hatte man die Möglichkeit auch andere Projekte genauer kennenzulernen, was wir sehr spannend fanden.

Zwischendurch spielten wir immer wieder Spiele, um unsere Gemeinschaft zu stärken, uns ganz neu kennenzulernen, mehr Vertrauen aufzubauen und unseren jeweiligen Platz in unserer Partnerschaft zu finden. Abschließend können wir sagen, dass wir nicht nur inhaltlich sehr viel gelernt haben, sondern auch als Gruppe zusammengewachsen sind. Jetzt sind wir auf unseren Besuch im Sommer schon viel besser vorbereitet. Vielen Dank dafür besonders an unseren tollen Referenten Volker, der unser Programm super gestaltet hat!

Magdalena Kersten und Liv Meiners 10d


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