Schulentwicklung Pädagogischer Tag 2009

Methodenbörse und Methodencurriculum

Der Buß- und Bettag wurde auch in diesem Jahr wieder für eine schulinterne Lehrerfortbildung genutzt. Im Focus standen diesmal Sicherheitsfragen sowie Lehr- und Lernmethoden.

Der Tag begann zunächst mit einer Sicherheitsschulung durch Herrn Siebler, der aktuelle Hinweise zum Verhalten bei Feueralarm und Sicherheitsalarm vermittelte. Es gibt hausintern zwei verschiedene Alarmsignale:

1. Bisher bekannt ist der Feueralarm (durchlaufender Intervallton ohne Durchsage), bei dem das Schulgebäude möglichst rasch zu verlassen ist.

2. Neu ist der sog. „Sicherheitsalarm“. Wenn Gefahr von außen droht (z.B. durch ausgetretene Chemikalien oder einen bewaffneten Eindringling) kann es notwendig sein, im Klassenraum zu bleiben und die Tür zu verschließen. In diesem Fall wird ein Sicherheitsalarm ausgelöst, der mit einer automatischen Durchsage beginnt, auf die ein Tonsignal folgt. Der Text der Durchsage lautet: „Achtung, Sicherheitsalarm! Klassenzimmer verschließen! Auf weitere Durchsagen achten!“

Der zweite Alarm ist in erster Linie das Resultat der traurigen Ereignisse in Erfurt, Winnenden und Amberg. Wir hoffen, dass er an unserer Schule nie ausgelöst werden muss! Hinweise auf gewaltbereite Schüler sollten umgehend an das Direktorat oder eine Vertrauensperson (z.B. Verbindungslehrer, Sozialpädagogen, Schulpsychologin) gemeldet werden. Solche Hinweise werden natürlich streng vertraulich behandelt!

Der eigentliche Schwerpunkt des Pädagogischen Tages war jedoch die Erweiterung der Methodenkompetenz. Am Vormittag tauschten die Kollegen untereinander ihr methodisches Know-how in Form einer Methodenbörse aus. Dabei bewies das Kollegium, dass es eine große Vielfalt an Methoden kennt und auch bereit ist das jeweilige Wissen weiterzugeben.

Gearbeitet wurde in Gruppen:

Gruppe A: Durchführung von Projekten
Eva Risse: Projektmanagement
Gregor Pelger: Projektarbeit in der Mittelstufe
Ingrid Panowsky: Grundregeln der Präsentation für Unter- und Mittelstufe
Klaus Waller: Körpersprache bei Präsentationen (ab Mittelstufe)
Renate Matthias: Vorbereitung einer mündlichen Schulaufgabe
Tobias Schüttler: Filmprojekt zu den Strahlensätzen

Gruppe B: NUFO- Basics
Eva Nonnenbroich: Regeln der Freiarbeit
Sibylle Riederer: Organisation eines Lernzirkels
Diana Daiminger: Stationenlernen mit abgestuften Lernhilfen
Ingrid Auracher/Regina Weis: Beispiele für Lernzirkel
Irmi Fischer/Gudrun Back: LDL – Beispiele aus Physik und Mathe

Gruppe C: Szenischer/Spielerischer Umgang mit Texten
Marianne Ott-M.: Einstieg in literarische Texte: Rollenbiographie u. Rolleninterview
Andrea Rückert: Bibliolog – Texte von innen heraus entdecken und Arbeit mit Standbildern
Eva Forssman: Godly Play – spielerisch-entdeckendes Lernen

Gruppe D: Kommunikation und Kreativität
Uschi Glogger: Poetry Slam (Methoden des kreativen Schreibens)
Toni Liebl: Problemorientiertes Lernen
Diana Daiminger: Kreativer Tafeleinsatz
Eva Nonnenbroich: Kommunikationsfördernde Methoden/Meinungsaustausch
Nicole Rüb: Spielerische und kreative Grammatikübungen

Gruppe E: Gruppenarbeit und Evaluation
Irmi Fischer: Möglichkeiten der Gruppeneinteilung
Eva Huller: Selbstevaluation und Selbstdiagnostik am Beispiel Portfolio
Marianne Ott-M.: Ergebnisse von Gruppenarbeit sichern und Evaluation von Gruppenarbeit

Gruppe F: Ergebnissicherung
Eva Nonnenbroich: Möglichkeiten der Rechenschaftsablage
Andi Riedel: Memorieren mit Liedern
Richard Siebler: Möglichkeiten der Ergebnissicherung
Stephie Hassmann: Schreibgespräch zur Wiederholung des Grundwissens
Jürgen Koldt: Supergrips – spielerische Methode zum Wiederholen von Grundwissen

An dieser Stelle sei allen Kolleginnen und Kollegen herzlich gedankt, die Beiträge zum Methodencurriculum geleistet haben.
Die Veranstaltung hat gezeigt, dass unsere Schule weit davon entfernt ist, nur Frontalunterricht zu erteilen, sondern neuen Unterrichtsformen gegenüber äußerst aufgeschlossen ist! NUFO geht weiter!


Am Nachmittag teilte sich das Kollegium erneut in Gruppen auf.

1. Alle Fachbetreuer versammelten sich in der Bibliothek, um sich mit der Frage zu beschäftigen, ob am KHG ein verbindliches Methodencurriculum eingeführt werden sollte, wie ein solches Curriculum aussehen und in welchen Fächern welche Methoden vermittelt werden könnten. Dabei geht es um die Methodenkompetenz der Schüler, die es zu systematisieren gilt, sodass über die Jahre hin ein verlässliches und nachhaltig erworbenes Methodenwissen vermittelt wird. Als Moderatorinnen konnten dankenswerterweise Frau Mordstein und Frau Ruf vom Peutinger Gymnasium in Augsburg gewonnen werden, die zu diesem Thema bereits Erfahrungen gesammelt haben. Nach einer lebhaften Diskussion einigten sich die Fachbetreuer darauf, im Laufe dieses Schuljahres ein Methodencurriculum zu erstellen. Dazu soll bis zum Frühjahr zunächst in den Fachschaften Listen mit ausgewählten Kompetenzen erstellt werden, die mit Hilfe des jeweiligen Faches exemplarisch eingeführt werden können, um dann auch in anderen Fächern angewandt zu werden.

2. Zwei andere Gruppen trafen sich, um fachübergreifende Projekte in der 9. und 10. Jahrgangsstufe zu planen. Die Einführung in Projektarbeit ist eine wichtige Voraussetzung, um in der Qualifikationsstufe des G8 erfolgreich am Projektseminar teilzunehmen.

3. Eine kleine dritte Gruppe sammelte sich um Herrn Rehn und machte sich Gedanken über die Frage, wie man Internet-Lernplattformen wie MOODLE für das KHG nutzen kann.

Das reichhaltige Programm dieses Tages zeigt vor allem, wie intensiv am KHG über Methodenarbeit nachgedacht wird und wie vielfältig Methoden bereits eingesetzt werden.


Hans Schlicht