Wie schwierig es ist, einen Job zu finden - ein Erfahrungsbericht

Am Ende des Schuljahres 1998/99 hieß es für die Schüler der 9. Jahrgangsstufe "Ran an die Arbeit".

Der Elternbeirat des Kurt-Huber-Gymnasiums hatte den Vorschlag gemacht, dass die Schüler der 9. Klassen vom 19.7. bis zum 22.7.1999 ein Praktikum in einem Betrieb machen müssen, sozusagen eine Schnupperlehre.

Jeder Schüler und jede Schülerin durfte sich eine Praktikumsstelle in einem Betrieb ihrer Wahl aussuchen. Um die jeweiligen Stellen kümmerte sich der Elternbeirat.

Da mein absoluter Traumberuf Pilot ist, bewarb ich mich also als Pilot. Nach ein paar Tagen schon kam meine Wirtschafts- und Rechtslehrerin Frau Auracher zu mir und teilte mir mit, dass man ein Pilotenpraktikum erst mit einem Mindestalter von 18 Jahren machen kann.

Es waren noch drei Alternativen möglich, bei denen noch eine Stelle frei war: Verlag, Betriebszeitschrift oder Grundschule.

Frau Auracher stellte mir ein Ultimatum: Entweder eines dieser Praktika oder ich muss mir selber etwas suchen.

Da ich gerne etwas mit Flugzeugen zu tun haben wollte, rief ich am Nachmittag beim Flughafen München an und fragte, ob eine Stelle frei sei. Am Telefon sagte man mir, dass ich in der Ausbildungszentrale des Flughafens anrufen solle, bei Herrn Weinger (Name geändert). Ich rief also bei Herrn Weinger an und fragt nach einer Praktikums-Stelle. Doch ich war mit der Fortbildungszentrale der Flughafenmitarbeiter verbunden. Herr Weinger sagte mir, dass ich beim Praktikumszentrum, bei Frau Dohn (Name geändert) anrufen müsse. Nun rief ich dort an. Frau Dohn musste mir aber mit Bedauern mitteilen, dass keine einzige Stelle mehr frei sei. Damit war für mich das Thema Flughafen und Flugzeuge gestrichen.

Als nächstes versuchte ich es als Banker. Ich rief bei der Deutschen Bank an und fragte, ob ein Praktikumsplatz frei sei. Dort teilte man mir mit, dass ich bei der Hauptzentrale, bei Herrn Schweizer (Name geändert) anrufen müsse und nachfragen solle. Doch immer als ich dort anrief, war besetzt.

Nun erkundigte ich mich bei der Kreissparkasse München nach einer Stelle, doch dort sagte man mir das Gleiche: Ich solle bei der Hauptzentrale, bei Frau Homm (Name geändert)anrufen und nachfragen. Das Tat ich auch. Ich schilderte Frau Homm, um was es sich handelt. Sie war sehr entgegenkommend und sagte mir, dass ich ihr erst eine Bewerbung zuschicken müsse, damit ich die Zusage auf ein Praktikum bekäme. Doch, wie schreibt man eine gute Bewerbung? Das haben wir in der Schule noch nicht gelernt.

Jetzt erst fiel mir mein Cousin ein, der Abteilungsleiter bei Siemens ist. Ich fragte ihn, ob ich vielleicht bei ihm in der Abteilung ein Praktikum als Computerprogrammierer machen könne. Er gab mir eine 50%-ige Zusage. Also ist es besser, ich schaue noch nach etwas anderem.

Doch nach langem Suchen fand ich nichts mehr, was mir einigermaßen zusagt.

Ich stellte mich also Frau Aurachers Ultimatum und nahm die Stelle in der Grundschule an.

Vom 19.7-22.7.199 werde ich nun ein Praktikum in einer Münchner Grundschule machen. Das kann ja was werden !!!!!!!!!!

Manuel Füßl 9b (1998/1999)