Projekt Satgeo


Satellitengeographie

 

Projektbeschreibung:
Das Projekt Satgeo am Kurt-Huber-Gymnasium wird erstmalig im Schuljahr 2000/2001 im Rahmen des Erdkundeunterrichts mit einer 11. Jahrgangsstufe durchgeführt.
Angestrebt wird die Durchführung eines Konzepts in drei unterschiedlichen Integrationsstufen:

  1. Grundlageninformationen in konventioneller Unterrichtsform
  2. Methodische Übungen mittels digitaler Medien
  3. Kreatives weitgehend selbständiges Arbeiten mit digitalen Medien

Das Konzept orientiert sich an u.g. Stundenkonzeption, wobei die Schüler bereits über solide Grundkenntnisse gemäß Ziffer 1 und 2 der oben-genannten Integrationsstufen verfügen. Mindesten fünf Schüler der Klasse verfügen diesbezüglich auch über detailliertere Kenntnisse, die sie sich bei einem Schülerworkshop SatGeo, der vom 15.-17. März 2001 in Gröbenzell unter Leitung von Herrn Rosseau durchgeführt worden ist, aneignen konnten. Schulintern ist bereits innerhalb der Klasse ein Schülerworkshop,
der größtenteils von Schülern selbst gestaltet wurde, eine hohe Lernakzeptanz mit diesen neuen Unterrichtsformen und –inhalten erreicht worden. Über diesen Schülerworkshop haben auch die beiden größten Münchner Tageszeitungen in ihren Lokalteilen am 6.4.2001 berichtet.

Stundenplanung

  • Vorstellen des Projekts / Vergabe der Aufgaben für den Workshop
  • Physikalisch-technische Grundlagen zur Satellitengeographie
  • Spektralbereiche, Reflexion und Absorption, athmosphär. Fenster
  • Technische Sensoren (Foto, MS-Scanner, Radar)
  • Unterschiedliche Aufnahmeverfahren (mono-, multispektral,Radar)
  • Strukturelle und farbliche Bildinterpretation ausgewählter
    Satellitenbilder
  • Übungen zur Bildrecherche und Bildarchivierung
  • Umgang mit unterschiedlichen Bildtypen und -formaten
  • Recherche im Internet (Suchmaschinen und andere Quellen)
  • Vorbereitung auf den Projekttag
  • Projekttag Workshop/ Demonstration div. Software durch Schüler
  • Einführung in die Siedlungsgeographie des Würmtals
  • Räumliche Veränderung der Siedlungsstruktur 1800 –1950
    (Karteninterpretation)
  • Kartendigitalisierung und Erstellen von Farbkompositen
  • Inhaltlicher Vergleich mit aktuellen Satellitenbildern des Würmtals
  • Digitale Präsentationsvorbereitung „Würmtal im Wandel der Zeit
  • 31.5.01 Projekttag mit Präsentation der Arbeiten und Ergebnisse

Erläuterung der inhaltlichen Projektidee:
Grundidee dieses Projektes ist, die Veränderungen in der Bevölkerung des Heimatraums (Würmtal) in den letzten 150 Jahren anhand der Veränderung in der Siedlungs- und Raumstruktur zu analysieren. Geplant ist, Kartenmaterial aus den Jahren 1850, 1880, 1900 und 1930 mit aktuellen Multispektralsatellitenaufnahmen der Jahre 1984 und 1998 zu vergleichen.
Die technische Umsetzung soll durch ein Mehrfarbenkomposit mittels des Bildbearbeitungsprogramms Paint Shop Pro erfolgen. Jede Karte/jedes Bild soll mit einer anderen Farbe kodiert werden, sodaß im Gesamt-komposit Siedlungsveränderungen sofort erkennbar sind.

Für das nächste Schuljahr ist, aufbauend auf den Ergebnissen des diesjährigen Projekts eine Verfeinerung der o.g. Arbeitsmethoden geplant.

Im Schuljahr 2001/2002 ist aufbauend auf den drei o.g. Integrationsstufen, bzw. Stundenplanung, in einer weiteren 11. Klasse ein geomorphologisches Forschungsprojekt geplant. Grundidee ist, Ergebnisse einer Feldforschung auf einem Satellitenbild zu visualisiert werden können. Methodisch soll dabei mit überwachter, bzw. unüberwachter Klassifikation der Software „Projekt Landsat“ von F.W. Duttke gearbeitet werde. Dabei sollen morphologische Veränderungen im Heimatraum (Würmtal) mittels Indikatoren, die die Software sichtbar machen kann (z.B. unterschiedliches Reflexionsverhalten von unterschiedlicher Vegetation, die sich auf Moränen, Schotterfeldern oder Talauen befindet) auf dem Satellitenbild erkannt und interpretiert werden.

Meinrad Sobetzko
(Erdkundelehrer und Projektdurchführung)