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Physik

Geglückter Start des Wetterballons

Unser Wetterballon: Start geglückt, Landung mit Hindernissen

Am 16.07.2018 konnten die engagierten Schüler*innen des Pluskurses Naturwissenschaften „Call of Science“ endlich ihren Wetterballon starten – doch mit so viel Aufregung hatte keiner gerechnet!

Um 13:00 Uhr begannen die Schüler*innen unter fachkundiger Leitung von Herrn Schüttler vom DLR School Lab, der uns das benötigte Helium zur Verfügung stellte, mit dem Befüllen des großen Latex-Ballons.

Ausgerüstet mit einer Styroporbox, an der eine 360°-Kamera, ein elektronisches Stabilisierungsgerät, eine weitere Kamera, zwei GPS-Tracker und diverse Akkus befestigt waren, bekam unser Ballon um 14:15 Uhr die Freigabe durch die Flugsicherung in Oberpfaffenhofen. Unter den Augen einiger Zuschauer*innen und Pressevertreter*innen stieg der Ballon in den blauen Himmel. Nun hieß es warten und bangen! Bis in die Stratosphäre sollte er steigen, in ca. 30 km Höhe. Dabei dehnt sich aufgrund des abnehmenden Luftdrucks in den oberen atmosphärischen Schichten die Ballonhülle so stark aus, dass sie einen Durchmesser von mehr als 10 m erhält - und schließlich platzt. Ein Fallschirm sollte dann unsere Sonde samt Equipment – und insbesondere samt der wertvollen Bilder auf den mitfliegenden Speicherkarten - sicher zur Erde bringen. Unsere Flugbahnsimulation sagte eine Landung im Osten des Großraums München vorher.

Drei Stunden später erhielten wir tatsächlich das erste GPS-Signal eines unserer Tracker – er hatte wieder Kontakt zum Mobilfunknetz und war wie vorher berechnet östlich von München gelandet. Wir machten uns also in zwei Autos durch den Feierabendverkehr auf zum Fundort – nur um dort angekommen festzustellen, dass der Deckel unserer äußerlich sonst unversehrt gebliebenen Sonde geöffnet, und die gesamte Elektronik daraus sorgsam entfernt worden war. Welche Enttäuschung! Deutlich markiert als Schülerexperiment des KHG, und mit der Bitte um Kontaktaufnahme per Handynummer groß beschriftet, hatten sich die Finder nicht davon abhalten lassen, unsere wertvollen Geräte mitzunehmen. Dabei hatten sie allerdings auch unsere GPS-Tracker eingesteckt!

Die Verfolgungsjagd begann: das Signal bewegte sich auf der Autobahn in Richtung Stuttgart. Bald wurde uns aber klar, dass es uns nicht möglich sein würde, die Finder auf informellem Weg anzusprechen – zu weit war bereits ihre Entfernung zu uns. Nur eine Anzeige bei der Planegger Polizei schien uns noch eine Chance zu eröffnen, doch wieder an das Eigentum des KHG – und die Bilder vom Ballonflug – zu kommen. Dem großartigen Einsatz der Beamten in ihrer Nachtschicht ist es zu verdanken, dass die entwendeten Gegenstände inzwischen tatsächlich wieder auf dem Weg zu uns zurück sind. Das Tracking-Signal führte sie auf die richtige Spur – bis in einen kleinen Ort bei Stuttgart. Die baden-württembergischen Polizeibeamten leisteten Amtshilfe und konnten unsere Geräte fast vollständig sicherstellen.

Nun sind wir sehr gespannt, wann wir uns an die Auswertung der Bilder machen können – falls sie überhaupt noch vorhanden sind. Damit wird es vermutlich zwar nichts mit dem Vorhaben, unsere Ergebnisse beim Schulfest zu präsentieren – leider können wir der Schulfamilie noch (?) keinen virtuellen Flug an die Grenze des Weltalls bieten - aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Wir danken unseren Sponsoren, der Schumacher Elektromechanik GmbH, der Webasto SE, der Schmidbauer GmbH & Co. KG, der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg und der Gemeinde Gräfelfing für die finanzielle Unterstützung. In ganz besonderem Maße danken wir aber der Polizei Planegg für ihren unglaublichen Einsatz und die dabei geleisteten Überstunden!

Die AG Call of Science


Die Kooperation des KHG mit dem DLR_School_Lab Oberpfaffenhofen

"Die Fremdsprachler haben ihre Austauschschulen, die Geisteswissenschaftler ihre Studienfahrten und endlich haben jetzt auch die Naturwissenschaftler ein festes jährliches Ziel, bei dem unsere Schülerinnen und Schüler über ihren 'schulischen Tellerrand' hinausblicken können: Das DLR_School_Lab Oberpfaffenhofen!" Mit diesen Worten kommentierte OStD Hendrik Rehn die neue Zusammenarbeit zwischen dem Kurt-Huber-Gymnasium (KHG) und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen.

Seit 2003 betreibt das DLR Oberpfaffenhofen sein so genanntes DLR_School_Lab, einen außerschulischen Lernort, bei welchem Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Oberstufe anhand von 13 Hightech-Experimenten aus den Instituten des DLR, moderne Weltraumforschung hautnah miterleben und vor allem selber ausprobieren können. (www.dlr.de/schoollab/oberpfaffenhofen/ ). Von Anfang an mit dabei: Das KHG! Bereits 2004 zum ersten Mal zu Gast im DLR_School_Lab, hat sich seitdem die Zusammenarbeit zwischen KHG und DLR immer mehr vertieft. Unter anderem bei der Kooperation zweier Projektseminare zum Thema "Schwerelosigkeitsforschung an Bord einer Wasserrakete", bei welchen Schülerinnen und Schüler des KHG zwei große Wasserraketen für den Einsatz im DLR_School_Lab entwarfen und als Prototypen fertigstellten.

Durch die teilweise Abordnung des Physiklehrers und langjährigen DLR_School_Lab Teammitglieds StR Tobias Schüttler vom KHG ans DLR seit dem Schuljahr 2011/12, besteht darüber hinaus eine besonders enge Verbindung zwischen beiden Einrichtungen. Diese Verbindung wurde am 3. Juli 2012 auf eine neue Ebene gehoben: Ganz offiziell unterzeichneten Herr OStD Hendrik Rehn, Schulleiter des KHG Gräfelfing, Herr Prof. Dr. Richard Bamler, Leiter des DLR Standortes Oberpfaffenhofen und Herr Dr. Dieter Hausamann, Leiter des DLR_School_Lab Oberpfaffenhofen einen Kooperationsvertrag zwischen der Schule und dem DLR_School_Lab, welcher die bereits bestehende gute Zusammenarbeit auch weiterhin langfristig sicherstellt.

Im Vorfeld der Vertragsunterzeichnung konnte sich ein Physikkurs der elften Klasse des KHG ein Bild von den Experimenten des DLR_School_Lab Oberpfaffenhofen und dem Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum GSOC machen. Die spontane Reaktion einer Schülerin, sie sei sich nun "hundertprozentig sicher", dass sie Geowissenschaften studieren wolle, bestätigte die positive und motivierende Wirkung des Besuchs.