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EMMA-Aktionen

25 Tage Tansania – Reise zu unserer Partnerschule Emmaberg

25 Tage Tansania, etliche wundervolle und berührende Begegnungen, hunderte einzigartige und unvergessliche Abenteuer und unendlich viele neue Eindrücke, Erfahrungen, fremde Klänge und Gerüche, (von Fotos) vertraute Orte und eine riesige Woge an Emotionen, an Freundlichkeit und Zuneigung, an Mut und Stärke. Und jetzt sitze ich hier, vor meinem Laptop und weiß nicht, wie ich all unsere Erlebnisse und diesen Zauber des Landes in Worte fassen soll.

Weit mehr als ein Jahr lang haben wir auf diese Reise zu unserer Partnerschule Emmaberg im Süden Tansanias hingearbeitet, uns in Groß- und Kleingruppen getroffen, geplant, organisiert und gelegentlich auch Rückschläge eingesteckt – bis wir dann am Dienstag, den 30. Juli 2019 in München am Flughafen stehen mit gepackten Koffern und doch auch der ein oder anderen Träne im Auge. Dann Gepäckabgabe, Verabschieden, Sicherheitskontrolle, Abflug, Zwischenlandung in Muscat (Oman), drei Stunden später weiter nach Dar es Salaam, wieder Sicherheitskontrolle/Zoll und schließlich endlich angekommen nach 19 Stunden.

 

Am Flughafen in der größten Stadt Tansanias (aber nicht der Hauptstadt) werden wir wärmstens von Veronica Mbilinyi, Schulpfarrerin, Moses Lwila, Lehrer, und Geofrey Kidodelo, dem Manager von Emmaberg, empfangen – und gleich mitten hineingeworfen ins kalte Wasser der Unterschiede zwischen beiden Ländern: das Zeitempfinden bzw. die Ruhe (oder muss ich sagen extreme Entspanntheit?) dort, unsere Hautfarben, die Sprache(n), die Hitze, die Verkehrslage (unser viel zu kleiner Bus, Stau, Straßenverkäufer, die zwischen den Autos laufen), Schmutz, Lärm, Gestank.

 

Aber nach dem ersten Schock verwandeln sich unsere vor Staunen offenen Münder in breites Lächeln; auf der dreitägigen Busfahrt ins Landesinnere winken uns an jeder Straßenecke Kinder zu, während die Landschaft immer mehr zu der wird, die man von diesen typischen Afrikafotos kennt, ab und zu tauchen sogar Affen am Straßenrand auf, und wir singen, lachen und fotografieren.

 

Die ganze Zeit über jagt ein Highlight das nächste, jeden Abend ein spektakulärer Sonnenuntergang und für alle Frühaufsteher am nächsten Morgen auch ein ebenso schöner Sonnenaufgang, am Samstag dann eine Safari (Antilopen, Krokodile, Giraffen, Nilpferde, ein Strauß, Elefanten, Zebras, Affen, Löwen! …), ab Montag eine knappe Woche in Ilembula (eine kleine Stadt mit ca. 10.000 Einwohnern in der Nähe von Emmaberg) mit Besichtigungen, Spielen mit einheimischen Kindern und super leckerem Essen und im Anschluss daran endlich der Grund, warum wir die letzten 11.000km auf uns genommen haben: 11 Tage in der Girls Secondary School Emmaberg.

 

Eine Zeit voller Begegnungen mit all den starken und wundervollen Mädchen dort, voller Diskussionen (über Geld, unsere Zukunft, Partnerschaft, unsere Kulturen und jeweiligen Länder) und Gesprächen, voller Musik und Tanz (traditionelle tansanische Tänze, Choreos, ein paar deutsche Standardtänze, ein griechischer Volkstanz und das Fliegerlied), voller Gottesdienste und Gebete, Sport und gemeinsamer Aktivitäten und Unternehmungen, voller Neugier, gegenseitiger Bewunderung und tiefer Verbundenheit. Unglaublich, wie eng man in so kurzer Zeit zusammenwachsen kann und wie sehr einen wenige Wochen prägen können.

 

Ich glaube, auf beiden Seiten wird keiner diese Erinnerungen, Bilder und Menschen so schnell vergessen. Eine unglaubliche Chance, die wir da bekommen haben (für uns Schüler*Innen erst recht in dem Alter), dass wir in diese zauberhafte afrikanische Welt so tief eintauchen durften und dass wir all diese Dinge erleben, sehen und lernen durften.
Besonders bewusst wird einem so etwas ja oftmals leider erst im Nachhinein – und ein bisschen ging es auch uns so: Am Ende unserer Reise haben wir noch vier Tage am Strand in Dar es Salaam verbracht und gemeinsam viel reflektiert, weitere Projekte angedacht und dabei gemerkt, wie viel diese Reise jedem einzelnen von uns gegeben hat. Bilder, die wir nie wieder vergessen werden, Melodien, die in unseren Ohren in Dauerschleife klingen, und Geschichten, die wir später einmal unseren Enkeln erzählen können.

 

Diese Erfahrungen verdanken wir vor allem Andrea Rückert, die diese Reise von vorne bis hinten organisiert hat und uns diese Chance überhaupt erst ermöglicht hat. Gemeinsam und mit der Unterstützung von ihrem Mann, von Marianne Ott-Meimberg (ehem. Lehrerin des KHG) und Pia Hatzistrati (interkulturelle Trainerin) haben wir 25 unvergessliche Tage in diesem fernen Land auf der anderen Erdhalbkugel verbracht und so ziemliche jede Hürde spontan und mit Kreativität gemeistert.

Nach etwa einer Woche, als wir gerade in unserem Kleinbus auf dem Weg nach Ilembula saßen, habe ich in krakeliger Schrift in mein Reisetagebuch gekritzelt: Afrika muss man erleben, mit eigenen Augen sehen. Denn dieser Kontinent, dessen erste Straßen Elefantenpfade waren, ist wie ein Zauberreich, das man betreten kann. Es ist voller Anmut, Leben, Stärke und Schönheit. Wenn sich zwischen den Bergen seine Pforte vor einem erstreckt, ist man schon hoffnungslos gefesselt von seinem Bann und der Gastfreundschaft seiner Bewohner.

 

Vielleicht bringt das ansatzweise zu Papier, was wir erlebt haben – aber weil es trotzdem noch so unfassbar viel mehr zu erzählen gibt, wird es in den nächsten Monaten noch viele Projekte der Tansania AG dazu geben. Beispielsweise den Schulanfangsgottesdienst, bei dem wir ein wenig davon erzählen werden, Filme und Präsentationen, Fotobücher einen tansanischen Abend und für alle Ungeduldigen schon einen Vorgeschmack: Auf der Homepage unseres Schulpartnerschaftsvereins Schupa Tansania, zu dem wir mit unserer Partnerschaft zur Girls Secondary School Emmaberg gehören, haben wir täglich Berichte mit Fotos und kurzen Filmen über unsere Erlebnisse hochgeladen: http://schupa-tansania.de/

[Dies ist der erste Bericht: http://schupa-tansania.de/2019/08/01/karibu-tanzania-khg-reisegruppe/
Danach kann man ganz unten auf der Seite jeweils auf den Link klicken (direkt über dem Impressum bzw. der blauen Linie links), der zweite Bericht heißt z.B. "KHG-Reisegruppe im Ruaha Nationalpark". Bitte nicht wundern, zwischen unseren Berichten sind auch drei Berichte einer anderen Schulpartnerschaftsgruppe unseres Vereins, die gleichzeitig mit uns in Tansania unterwegs war - unsere Berichte sind jeweils mit KHG-Reisegruppe gekennzeichnet.]

Für uns heißt es jetzt wieder ankommen in Deutschland – das Gras ist echt grün und alles ist so zugeteert, ist euch das schon mal aufgefallen? –, uns nicht zu schnell vom Alltag einholen lassen und nicht nur mit einem weinenden und sehnsuchtsvollen Auge, sondern auch mit einem lachenden und glücklichen Auge auf unsere 25 Tage in Tansania zurückzublicken.

Maren Mitterer, 10a