×

Webseite durchsuchen

EMMA-Aktionen

ENSA-Auftaktkonferenz

Diesen Sommer bekommen wir Besuch von zehn tansanischen Schülerinnen und zwei Lehrer*innen aus unserer Partnerschule Emmaberg. Um diese Reise finanzieren zu können, beantragten wir eine Förderung bei ENSA (Entwicklungspolitisches Schulaustauschprogramm). Da wir sie glücklicherweise erhielten und mit dieser Förderung auch eine inhaltliche Begleitung unseres Austausches einhergeht, fuhren wir mit neun Schülerinnen des KHG und unseren Lehrerinnen Frau Rückert und Frau Fuchs vom 30.01.-02.02.2020 auf die erste von drei ENSA-Konferenzen dieses Jahres nach Thüringen.

Nach einer langen Busfahrt kamen wir ein bisschen verspätet zum Anfangsplenum an. Im Anschluss daran sprachen wir mit dem uns zugeteilten Referenten Volker über unsere Wünsche und Erwartungen für dieses Seminar. Über die nächsten Tage beschäftigten wir uns zusammen mit der Gruppe einer anderen Schule und deren Referentin Bolormaa mit verschiedenen Themen rund um unsere Partnerschaften. Insbesondere gingen wir dabei auf unser Projektthema für den Besuch aus Emmaberg, den Kolonialismus und seine Folgen, Vorurteile, unsere Identität und ihre Rolle in einer Partnerschaft mit einer Schule im Globalen Süden ein. Durch Gruppenarbeiten, Diskussionen und Spiele mit wichtigen moralischen Erkenntnissen arbeiteten wir dies auf und hatten zudem auch sehr viel Spaß. Zudem befassten wir uns mit Chimamanda Adichies „The danger of a single story” und sprachen über wichtige Aspekte ihres TED Talks. In diesem befasst sie sich mit Vorurteilen, und dass diese nicht unbedingt falsch, sondern einfach unvollständig sind, da man meistens die Geschichte nur aus einer bestimmten „einzig wahren“ Sichtweise kennt („single story”) statt die Vielfalt an Geschichten wahrzunehmen.

 

In einer unserer Übungen ordneten wir Zitate rund um den Kolonialismus in ihren zeitlichen und historischen Kontext ein. Anschließend diskutierten wir über diese Zitate, dabei erfuhren wir auch, von wem diese stammten, und ob unsere Einschätzungen nahe dran lagen. Dabei fanden wir vor allem ein Zitat von Kant besonders erschreckend, da er als bekanntester und einflussreichster Philosoph der Neuzeit unglaublich abwertend über schwarze Menschen geschrieben hat – und das ohne je selbst einen von ihnen kennengelernt zu haben. Ebenso erstaunt waren wir darüber, wie auch heutzutage noch Aussagen mit extrem veralteten Ansichten über den Globalen Süden gemacht werden.

Am Freitagabend veranstalteten wir eine Projektgalerie, bei der jede Schule ihr Projekt bzw. ihre Partnerschaft vorstellte. Jede Schule bereitete dafür einen eigenen Stand mit Fotos, Plakaten ... vor. Diese Stände besichtigten wir dann und tauschten uns mit anderen Schüler*innen und Lehrer*innen aus. Somit hatte man die Möglichkeit auch andere Projekte genauer kennenzulernen, was wir sehr spannend fanden.

Zwischendurch spielten wir immer wieder Spiele, um unsere Gemeinschaft zu stärken, uns ganz neu kennenzulernen, mehr Vertrauen aufzubauen und unseren jeweiligen Platz in unserer Partnerschaft zu finden. Abschließend können wir sagen, dass wir nicht nur inhaltlich sehr viel gelernt haben, sondern auch als Gruppe zusammengewachsen sind. Jetzt sind wir auf unseren Besuch im Sommer schon viel besser vorbereitet. Vielen Dank dafür besonders an unseren tollen Referenten Volker, der unser Programm super gestaltet hat!

Magdalena Kersten und Liv Meiners 10d