![]() |
|||
|
Der Tod jedes gesunden Schulschlafs Es ist der erste Schultag des neuen Schuljahres.
Alle Schüler liegen,
in Gedanken noch halb in den Ferien, hinter ihren Bänken und die
Lehrer, die ebenfalls noch gerne am Strand lägen, versuchen die
Schüler wieder in den traurigen Schulalltag zurückzurufen.
Dies gelingt allerdings nur dem Mathelehrer der 9. Klasse und zwar mit
einem kleinen, aber feinen Satz: „So, wir schreiben ja dann den
bayrischen Mathetest in einer Woche.“ Danach sind allerdings alle
Schüler wach, denn sie wissen jetzt sofort wie die nächsten
sieben Tage für sie aussehen werden: Doch man stellt sich schon die Frage, muss das eigentlich sein. Prinzipiell ist es schon in Ordnung, solche Tests durchzuführen (die armen Politiker müssen ja auch was zu diskutieren haben). Allerdings ist der Test in der Grundidee eine Prüfung der Lehrer und nur indirekt eine der Schüler, denn wir können den Grundwissenstoff natürlich nur so gut, wie sie ihn uns eingetrichtert haben. Aber die beiden schlechten Noten am Schuljahresanfang bekommen wir und nicht die Mathelehrer. Doch müssen die Tests denn immer so schwer sein, es wäre doch auch für die Damen und Herren im „Kumi“ schöner, wenn sie sich über einen Schnitt von 2,98 freuen könnten. Das wollen sie aber nicht. Deswegen machen wir es wie immer, schieben wir ihnen alles in die Schuhe. Severin Brodersen
|