Grundkurs Dramatisches Gestalten:
"Hexenjagd"

von Arthur Miller

Aufführungstermine:
Mittwoch, 9. März.2005 (Premiere)
Donnerstag 10. März
Freitag, 11. März
Samstag, 12. März

Ansprechpartner und Spielleiter:
StD Hans Schlicht (Tel. am KHG: 8980340)

Das in den 50er Jahren entstandene Stück des bekannten amerikanischen Dramatikers Arthur Miller, der erst kürzlich, am 11. Februar 2005, verstorben ist, greift einen Vorfall auf, der sich im Jahr 1692 in der Kleinstadt Salem, Massachusetts, ereignete. Eine Gruppe pubertierender Mädchen wird vom puritanischen Ortspfarrer bei nächtlichen Ritualtänzen im Wald ertappt. Einige erschrecken darüber so sehr, dass sie kurzzeitig in Ohnmacht fallen und danach ein zunehmend hysterisches Verhalten an den Tag legen, worauf man sie verdächtigt, vom Teufel besessen zu sein. Um den Verdacht von sich abzulenken, fängt die Anführerin der Mädchen damit an, unbescholtene Mitbürger zu denunzieren und löst damit einen regelrechten Hexenwahn aus, der schließlich zu Massenverhaftungen und zur öffentlichen Hinrichtung von 19 Beschuldigten führt.

Arthur Miller schrieb das Stück vor dem Hintergrund der Kommunistenjagd in den USA während der McCarthy-Ära. Es zeigt exemplarisch, wie es in einer von Angst und Misstrauen geprägten Gesellschaft zu Massenverfolgungen kommen kann, indem man unliebsame Personen dämonisiert, um sie dadurch zu vernichten. Miller selbst nannte dies "die Sünde des gesellschaftlichen Terrors", der darin bestehe, "den Menschen seines Gewissens zu berauben und damit seiner Persönlichkeit".
Die Verquickung von Religion und Politik zur Sicherung von Machtpositionen ist ein Phänomen, das auch heute noch in vielen Ländern zu beobachten ist, nicht zuletzt auch in den USA unter der Regierung Bush.

Die Aufführung verzichtet bewusst auf eine historische Kostümierung, sondern versucht das hysterische und zerstörerische Verhalten der Jugendlichen als Reaktion auf eine von Angst und Unfreiheit geprägte Gesellschaft darzustellen. Besonders eindrucksvoll zeigt das Stück, wie unschuldige Menschen auch heute noch durch systematische Einschüchterung bei Verhören zu erfundenen Geständnissen gezwungen und in ihrer Persönlichkeit gebrochen werden können.

Der Grundkurs Dramatisches Gestalten hat in den letzten Jahren u.a. durch die Aufführungen von "Viel Lärm um nichts" (Shakespeare), "Die Physiker" (Dürrenmatt) und "Krach in Chioggia" (Goldoni) die Tradition anspruchsvollen Sprechtheaters am KHG fortgesetzt.


Vielen Dank an Isabell Schlicht für die Fotos : )