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Rose des KHG an Christina Schwab

Rede der letztjährigen Preisträgerin Vivien Greiner

Kennen Sie das, wenn Sie ein Buch lesen und am liebsten am Anfang schon das Ende wüssten? So ging es mir das ein oder andere Mal mit dieser Preisverleihung. Und wissen Sie was? Diesmal verrate ich den Namen gleich am Anfang. Aber wir wollen es natürlich nicht zu einfach machen. Nachdem wir hier am KHG ja sehr viel Wert auf das Künstlerische legen (was man auch an diesem Abend wieder sieht) und meine Leidenschaft ja schon immer das Tanzen war, habe ich mich entschlossen, den Namen zu tanzen. (Vivien tanzt den Namen in Steinerscher Manier).

Ja dann, so schnell waren wir noch nie fertig!

Wenn ich Sie jetzt so anschaue, habe ich das Gefühl, dass es die meisten von Ihnen wohl nicht verstanden haben. Na, dann eben doch eine Rede.

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, liebe Lehrerinnen und Lehrer, liebe Frau Groß und liebe*r unbekannte*r Preisträger*in.

Wieder einmal ist das Jahr wie im Flug vergangen und es kommt mir so vor, als wäre ich erst gestern selber hier gestanden und hätte den Preis entgegengenommen. Heute habe ich aber die Ehre, die Rose jemandem zu überreichen, der sie mindestens genauso verdient hat wie ich.

Seitdem unser diesjähriger Preisträger das erste Mal das KHG betreten hat, engagiert er sich unglaublich für die Schule. Und zwar sowohl für Schüler, Eltern als auch für Lehrer. Für den ein oder anderen mag die Person gar nicht aufgefallen sein, denn sie hielt sich stets im Hintergrund. Sachen wurden erledigt, ohne dass man mitbekommen hatte, wer das jetzt wieder erledigt hat. Der typische Satz, mit dem der Preisträger immer wieder zur Tür herein kam lautete: „Wie kann ich helfen?“ -  Und das mit einer Selbstverständlichkeit, wie sie nicht oft üblich ist. Er bot seine Hilfe nicht nur an, sondern wenn er sich für etwas bereit erklärt hatte, konnte und kann man sich zu 100% darauf verlassen, dass dies auch geschieht.

Das Besondere an ihm ist, dass er immer selbstlos und im Sinne der Schule gehandelt und sich dabei nie selbst in den Mittelpunkt gestellt hat. Sicherlich verfolgte er dabei nie das Ziel, einmal für seine Arbeit geehrt zu werden. In allen Gruppen oder Aktionen, an denen unser Preisträger mitarbeitete, schaffte er es stets, alle mit seiner guten Laune und Motivation anzustecken. Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir einem Nachmittag damit verbrachten Kisten von a nach b zu schleppen und er mich selbst nach der 20. Kiste grinsend ansah.

Unser Preisträger engagierte sich in allen möglichen Bereichen der Schule:

- Da wäre zum Beispiel der ein oder andere Schulball, der sicherlich nicht so schön und reibungslos abgelaufen wäre, wenn unser Preisträger nicht beim Aufstellen der Finanzierungspläne geholfen, Deko besorgt oder nachts um 11 Kuchen gebacken hätte, damit das Nachtisch Buffet auch wirklich reicht. Funfact: es war viel zu viel Nachtisch.

- Ich dachte ja, dass meine 7 Jahre beim Theater lange waren, aber der Preisträger hat mich um einiges überholt. Er half bei unzähligen Produktionen durch das Besorgen von Requisiten; legte immer wieder selbst Hand an; nähte, färbte, karrte große wie kleine Gegenstände in die Schule. Ob Einkaufswagen oder Requisiten aus dem Bavaria Filmstudio für das Theaterstück „Die weiße Rose“, unser Preisträger machte alles irgendwie möglich.

- Und ich möchte wetten, über die Hälfte hier im Raum hat etwas von unserem Preisträger zuhause. Sie brauchen nur mal in den Kleiderschrank zu schauen. Ob Jogginghose, Sweatshirt oder Sporthose - überall wo KHG draufsteht, war unser Preisträger am Werk. Er hat nämlich gemeinsam mit der SMV die Schulkleidung entworfen und sorgt Jahr für Jahr wieder dafür, dass von der Bestellung bis zur Übergabe alles gut klappt. Dass selbst externe und ehemalige sich noch Schulkleidung bestellen zeigt, wie gut diese bei den Schülern ankommt.

- Für die SMV war der Preisträger ohnehin unermüdlich im Einsatz. Ob Zuckerwattemaschine, Kinderpunsch oder Blumen für die Sommerfest-Helfer. Kein Weg war zu weit und kein Auto zu klein.

Übrigens bekommt bekanntermaßen jeder Preisträger eine Anstecknadel bzw. Anhänger mit nach Hause. Was aber wahrscheinlich niemand hier weiß: Diese Nadel haben wir dem diesjährigen Preisträger zu verdanken, der sie mit entworfen hat. Sicherlich hatte er dabei nicht im Sinn dieses Schmuckstück selber einmal mit nach Hause zu nehmen.

Alles, was ich gerade aufgezählt habe, hat der Preisträger gemacht, ohne jemals ein Amt inne gehabt zu haben. Das wäre ihm doch etwas zu offiziell. Und das seit unglaublichen 15 Jahren - nämlich seit 2004 dem Jahr, in dem das erste der drei Kinder unseres Preisträgers ans KHG kam. Dass der Preisträger seine Denkweise und Hilfsbereitschaft auch weitergegeben hat, kann man wunderbar an den drei Kindern sehen, die sich alle sehr für die Schule eingesetzt haben. Und so kommt es, dass wir dieses Jahr Premiere feiern: Zum ersten Mal wird eine zweite Rose an ein und dieselbe Familie verliehen, denn bereits Dominik Schwab, der älteste Sohn unseres Preisträgers, wurde mit ihr ausgezeichnet. Und obwohl das dritte Kind im letzten Schuljahr sein Abitur gemacht hat, sieht man unseren Preisträger noch immer im Schulhaus mit derselben guten Laune und Motivation im Gesicht und der Frage „Wie kann ich helfen?“.

Ich freu' mich riesig, Christina Schwab auf die Bühne bitten zu können!