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Latein

Inhalte und Zielsetzungen

Was machen wir in Latein?

„Latein lernen“ heißt Kompetenzen in mindestens vier Bereichen erwerben:

(1) Sprache
 
In der Spracherwerbsphase lernen wir alles, was man zum Übersetzen aus dem Lateinischen ins Deutsche braucht:

Wortschatz (Vokabeln), Grammatik (Formenlehre; Syntax [Satzlehre], Übersetzungstechniken

In der Lektürephase (ab Klasse 9) lernen wir, lateinische Originaltexte zu   verstehen, zu übersetzen und zu interpretieren.

Im Lateinunterricht kann man erkennen, wie Sprache „funktioniert“, wie die Grundstrukturen einer Sprache aussehen, nach welchem grammatischen System auch die deutsche Sprache aufgebaut ist.

Im Lateinunterricht sieht man, wie viele Fremdworte und Lehnworte aus dem Lateinischen es im Deutschen gibt, wie sie gebildet wurden und wie man sie verstehen kann.

Der Lateinunterricht kann auf ein besseres Verständnis der Wissenschafts- bzw. Fachsprachen wie auch der modernen romanischen Sprachen vorbereiten.

Eine Präsentation eines Schülers aus der 6. Klasse ist hier zu sehen: Bilder und Lehnworte helfen beim Lernen von Vokabeln.

(2) Treffend formulieren
Beim Übersetzen, das heißt: bei der Auseinandersetzung mit Texten, lernen wir, das in der Fremdsprache (hier: im Lateinischen) Formulierte genau, klar und treffend im Deutschen zu formulieren („Lateinunterricht ist Deutschunterricht“).

„Lateinunterricht ist Deutschunterricht“, sagt ein didaktischer Grundsatz. Gemeint ist damit:

Beim Übersetzen aus dem Lateinischen gilt es, das Gesagte und das dabei Gemeinte genau zu erfassen und es ebenso genau, klar und angemessen im Deutschen zu formulieren.

Beim Übersetzen denkt man auch über die eigene Muttersprache nach und erkennt Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Lateinischen und dem Deutschen.

Beim Übersetzen wird die muttersprachliche Kompetenz geschult, insbesondere das Ausdrucksvermögen und die Fähigkeit, die treffendste, prägnanteste Formulierung auszuwählen.

Beim Übersetzen übt man Genauigkeit beim Lesen und beim Formulieren.

(3) Literatur
Wir lernen lateinische Autoren und deren Texte kennen, auch schon in der Spracherwerbsphase:
z.B. Caesar, Cicero, Sallust, Livius, Seneca; Catull, Ovid, Vergil, Phaedrus
z.B. Fabeln, mythologische Erzählungen, römische Geschichte, Philosophie
z.B. „Bellum Gallicum“, Metamorphosen, Aeneis, Liebesdichtung

(4) Antike Welt
Wir erhalten Einblicke in die Welt der Antike, sowohl der Griechen als auch der Römer:
Geschichte, Kulturgeschichte, römisches Denken, Antike und Christentum, Bedeutung der Antike für Mittelalter, Renaissance, Neuzeit.

Gegenstand des Lateinunterrichts sind nicht nur die Sprache und das Übersetzen von Texten, sondern auch die antike Welt, die antike Kultur und Geschichten aus der Antike (Sagen, Fabeln, Mythen):

So erhält man Einblicke in Geschichte, Kunst und Kultur, Literatur und Philosophie sowie den Alltag in der römischen, teilweise auch in der griechischen Antike – einer Welt, die wesentlich anders war als unsere heutige, „moderne“.

Man erhält einen Einblick in die Traditionslinien, die von der Antike über die Spätantike, das Mittelalter, die Renaissance, die Aufklärung bis in die Neuzeit und in unsere Zeit reichen, und in die Bedeutung der Antike und des Mittelalters für unsere Zeit.